VAL MÜSTAIR | Wanderung Piz Umbrail und Lai da Rims

Lai da Rims
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Lai da Rims

Val Müstair | Münstertal –  das fast vergessene Tal im Unterengadin

Allegra!

Sei heiter, sei fröhlich! Der Begrüssungsgruss im Val Müstair weckt die Abenteuerlust in mir.

Die Stadt Zürich und den Stress der Touristenorte wie Davos hinter mir lassend, fahre ich über den Flüelapass, durch den Schweizer Nationalpark über den Ofenpass ins Val Müstair.

Flüelapass

Der Flüelapass verbindet Davos mit dem Unterengadin. Passhöhe ist 2’383m. Der Pass ist in den Wintermonaten gesperrt. Alternativ kann der Julierpass von Tiefencastel nach St. Moritz oder der Autoverlad Vereina genutzt werden. Der Flüela wird im Winter auch als Teststrecke für BMW genutzt. Der Pass ist teils sehr steil, deshalb laufen häufig bei schweren Fahrzeugen die Bremsen heiss (speziell Wohnmobile). Bitte nutzt eure Motorbremse. Regel: nimm immer den selben Gang hinunter, den Du auch nach oben genutzt hast. Sprich: bergauf hauptsächlich 2. Gang, berg runter auch. Dann laufen Deine Bremsen nicht heiss.

Fluelapass

Ofenpass

In früheren Zeiten wurde Eisenerz abgebaut, welches in gemauerten Öfen direkt am Berg geschmolzen wurde. Teils findet man noch Reste der Mauern in der Nähe von Wanderwegen. Aus diesen Zeiten kommt auch der Name: Ofenpass.

Der Ofenpass verbindet Zernez, sowie den Schweizer Nationalpark mit dem Val Müstair (Münstertal). Dies ist die einzige Schweizer Zufahrtstrasse. Der Pass ist ganzjährig geöffnet.

Hier geht’s zum Video auf Youtube.

Ofenpass
Stelvio and Ortler

Vom Südtirol aus

Von Italien gelangt man über das Südtirol von Meran aus oder von Norden über den Reschenpass ins Val Müstair.

Stilfser Joch und Umbrailpass |Stelvio und Passo Umbrail

Von Juni bis Oktober ist die Zufahrtstrasse über den Stelvio und Umbrailpass eine oft befahrene Strecke. Auf dem Stelvio (deutsch: Stilfser Joch) trifft man viele Motorradfahrer und Fahrradfahrer bei der Überquerung des zweithöchsten asphaltierten Passes (2’757m) der Alpen. Der Höchste ist der Col d’Iseran (2’770 m) und liegt in Frankreich. Auf der Passhöhe des Umbrailpasses befindet sich die Schweizer Grenze zu Italien. Noch bis vor wenigen Jahren war der Umbrailpass nicht asphaltiert. Mit seinen engen Serpentinen eine Herausforderung für jeden Fahrer. Ich empfehle diese Strasse nur pass erfahrenen Fahrern. Beide Pässe sind nur im Sommer ab ca. Ende Mai bis Oktober befahrbar.

Müstair

Ich verbringe mein Wochenende im Ort Müstair. Hier befindet sich auch das weltbekannte UNESCO Kulturerbe, das Clostra Son John (Kloster St. Johann), dass auf Grund der einzigartigen karolingischen Kunst und Kultur in die Liste aufgenommen wurde. Mehr dazu hier.

Clostra Son John

Müstair liegt an der Grenze zu Südtirol mit Taufers und Mals. Der kleine Ort ist geprägt von der Schaf- und Viehzucht, sowie der Landwirtschaft. Hier wird die bekannte Salami “Salzis” noch ohne Tiere aus Massenhaltung hergestellt.

Am Ortsrand, direkt am Rambach, dem Gebirgsbach gelegen, liegt der Camping Muglin.

Camping Muglin

Mein Lieblingscampingplatz in der Schweiz! Der Platz ist familiengeführt. Jeden Abend ist die Sauna im Heustock geöffnet. Die Sanitäranlagen sind in einem hervorragenden Zustand und werden täglich mehrmals gereinigt. Angeschlossen an den Camping ist auch ein Restaurant mit Bar und schöner Terrasse. Hier werden hauptsächlich einheimische Gerichte serviert. Auf Anfrage kann auch ein Grillabend organisiert werden. Das Fleisch dazu kommt aus dem Val Müstair. Auf dem nebenliegenden Bauernhof ist es ausserdem möglich Fleisch vom Hofladen zu beziehen. Ein grosser Kinderspielplatz ist auch vorhanden und wird rege genutzt. Der Camping besteht aus einer grossen Wiese. Der grösste Teil der grosszügigen Stellplätze hat eigenen Wasseranschluss und Stromanschluss.

Camping Muglin | The Rolling Beast
Camping Muglin

Klima und Wetter

Im Sommer herrscht ein mediterranes Klima. Oft kann es wochenlang sehr trocken sein. In den Sommermonaten speziell Ende Juli/August muss man abends häufig mit Gewittern rechnen. Diese verziehen sich aber meist schnell wieder und spätestens am nächsten Morgen strahlt der Himmel wieder im tiefsten azurblau. Für Wanderungen ins Hochgebirge empfehle ich auf Grund der Gewittergefahr eine Rückkehr ins Tal bis spätestens 18 Uhr.

Wanderung Piz Umbrail über den Lai da Rims nach Sta. Maria

Eckdaten
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. 1650 m
Dauer: 4 bis 6 Stunden
Voraussetzungen: Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, Wanderausrüstung

Umbrailpass | Passo Umbrail | 2505 m

Ich starte am Samstagmorgen um 09.10h ab dem Kloster St. Johann mit dem Postbus Richtung Stelvio. Die Busfahrt muss vorab reserviert werden. Informationen findest Du hier. Meine Busfahrt endet an der Schweiz-Italienischen Grenze auf dem Umbrail (Passo Umbrail) auf 2’505 m. Direkt hinter dem Restaurant beginnt der Aufstieg zum Piz Umbrail auf 3’030 m. Der Wanderweg führt mich steil bergauf an dem militärhistorischen Pfad entlang über Felsen, Geröllfelder und teils auch noch Schnee.

Entlang des Weges befinden sich Schilder mit detaillierten historischen Beschreibungen aus dem 1. Weltkrieg zur Zeit der schweizerischen Grenzbesetzung.

Piz Umbrail | Aufstieg Höhendifferenz 500 m | 3030 m

Höhendifferenz: ca. 500 m

Dauer: ca. 1.25 Stunden

Da ich nicht in Eile bin, die Aussicht und Natur geniessen möchte, mache ich immer wieder Pausen. Dementsprechend länger brauche ich natürlich bis ich auf dem Gipfel angekommen bin.

Piz Umbrail

Nach rund 1,5 Stunden erreiche ich den Piz Umbrail. Da ich noch früh im Jahr unterwegs bin, gibt es noch nicht viele Wanderer und ich kann die Aussicht und Ruhe ganz für mich geniessen. Der richtige Ort für die Mittagspause. Natürlich darf ein ausführlicher Eintrag ins Gipfelbuch nicht fehlen. Auch mein Eintrag von 2016 finde ich wieder. 🙂 Manchmal lassen sich auch Bartgeier beobachten, doch heute möchte er sich nicht zeigen.

Aussicht auf Ortlermassiv und das Stilfser Joch

Ich habe Glück und das Ortlermassiv mit einer Höhe von 3’905 m liegt nicht in den Wolken und der Gletscher ist gut erkennbar. Im Vordergrund schlängelt sich die Strasse zum Stilfser Joch in Serpentinen nach oben. Das Sommerskigebiet ist auch bereits geöffnet. Die Rundumsicht ist wirklich beeindruckt, ein Gefühl als würde man auf einem Dach stehen und auf die Erde hinunter sehen.

Piz Umbrail
Piz Umbrail Gipfelbuch 2018
Piz Umbrail Gipfelbuch 2016

Abstieg zu Lai da Rims

Höhenmeter: ca. 700 m
Dauer: ca. 1.25 Stunden

Aber auch Anfang Juli ist es auf rund 3’000 m noch recht frisch und wir beginnen unseren Abstieg zum Lai da Rims nach einer halbstündigen Pause. Es geht weiter auf felsigem und steinigem Untergrund, teils führt der Weg auch noch über Schneefelder. Nach rund 45 Minuten erscheint der türkisfarbene Bergsee Lai da Rims, ein Gänsehautmoment. Im See spiegeln sich die Wolken und der blaue Himmel wieder, am Rand die grüne Bergwiese und die Berghänge teils noch mit Schnee bedeckt. Nach einer weiteren halben Stunde sind wir dann am Lai da Rims angelangt.

Lai da Rims | 2’396 m

Der See gehört dem Clostra Son Jon in Müstair. Im See gibt es Forellen, doch um fischen zu dürfen, wird eine Bewilligung benötigt. Sehr eindrücklich ist der See wegen seiner türkisen Farben und dem klaren Wasser. Wenn kein Wind weht und sich das Wasser nicht kräuselt, spiegeln sich die Wolken im See und es wirkt als gäbe es zwei Himmel. Faszinierend und sehr beeindruckend. Hier lässt es sich durchaus eine Zeit verweilen.

Lai da Rims

Sta. Maria | 1’375 m | Abstieg unterhalb des Lai da Rims

Höhenmeter: ca. 1’000m
Dauer: ca. 2.5 Stunden (zu Fuss)

Weiter ins Tal führt der Weg unterhalb des Lai da Rims mit Blick auf den Wasserfall. Teils ist der Weg wieder sehr steil. Langsam machen sich die Knie bemerkbar und es tut gut wenn man unten im Tal bei der Hütte Alp Sot ankommt. Ab hier geht es bequem einen Forstweg entlang bis Sta. Maria. Allerdings zieht dieser sich und es braucht doch nochmals ca. 1.5 Stunden. Alternativ kann man sich an der Alp Sot ein Mountainbike mieten und bis ins Tal nach Müstair fahren. Dies muss allerdings am Tag vorher bis 19 Uhr reserviert und der Schlüssel abgeholt werden. Weiter Infos gibt es hier.

Da wir kein Mountain Bike gemietet haben, nehmen wir von Sta. Maria nach Müstair den Postbus. Glücklich und mit einem Abenteuer mehr im Gepäck erreichen wir den Campingplatz und geniessen einen ruhigen, entspannten Abend, natürlich mit einem eiskalten Bier. 😉

Waterfall Lai da Rims

Der nächste Tage – Erholung und Geniessen

Am nächsten Tag geniessen Romeo und ich die Ruhe auf dem Camping und unternehmen eine kleine Runde mit dem Moutainbike. Zu mehr haben wir nicht Lust, denn wir müssen erst die Eindrücke der wundervollen Wanderung des Vortags verarbeiten.

Rückfahrt führt uns dann wieder über den Ofenpass und den Flüelapass nach Hause ins Unterland nach Zürich.

Aber ich bin mir sicher, dass sich wiederkommen werde in mein Lieblingstal, denn es gibt noch einige Wanderungen und Moutainbike Touren, die ich machen möchte. Zum Beispiel vom Ofenpass über die Alp Buffalora durch die Alp Mora. Ich werde auf jeden Fall darüber berichten.

Wichtige Informationen:

  • gute Kondition
  • Trittsicherheit
  • Schwindelfreiheit
  • nur im Sommer geöffnet (beste Zeit ist Juni-September)
  • Wanderausrüstung
  • Regenjacke und warme Kleidung
  • gute hohe Wanderschuhe
  • mindestens 2l Wasser pro Person und ausreichend Nahrung
  • Sonnencreme 30+
  • Fotokamera
  • meist kein Mobilfunknetz

Kleines Lexikon für Räterromanisch

Allegra! – Sei gegrüsst, sei heiter!
Bun di – Guten Morgen! Guten Tag!
Buna saira – Guten Abend!
Grazia – Danke
Sta bain – Ade, ciao, tschüss
Viva! – Zum Wohl! Prost wörtlich: auf das Leben!
Piz – Berggipfel
Passo – Pass
Lai – See

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